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2019 Vereinsreise: Burgdorf entdecken ...


Die Vereinsreise 2019 des gemeinnützigen Frauenvereins Murgenthal führte nach Burgdorf, dem Tor zum Emmental. Unter der Führung von Pia Schläpfer, in Burgdorf aufgewachsen, durften 14 Frauen einen abwechslungsreichen und interessanten Tag im Städtchen mit Schloss erleben.
Nach kurzer Zugfahrt traf die gut gelaunte Reisegruppe auf dem Bahnhofplatz Nathalie, eine Freundin von Pia. Gemeinsam vermittelten die Beiden viel Wissenswertes, Unterhaltendes und Interessantes über die Stadt Burgdorf und ihre Bewohner. So wurde hier die erste „Begegnungszone“ der Schweiz geschaffen, auf Wunsch der Geschäftsbesitzer sollte die Innenstadt von Burgdorf nicht autofrei werden, stattdessen wird den Fussgängern immer Vortritt gelassen. Oder die Geschichte mit der Hühnersuppe, welche 1388 als Dank durch die bernischen Schultheisse an die Burgdorfer Frauen für die tapfere Abwehr eines Angriffs österreichischer Adeliger gestiftet wurde und heute noch jeweils im Februar als Brauch begangen wird. Auch der verheerende, grosse Stadtbrand 1865, die weiten Teile der Oberstadt in Schutt und Asche legte und 700 Personen obdachlos machte, wurde uns anschaulich vermittelt. Dieser letzte, sowie einschneidende frühere Brände, sind der Grund, warum die Gassen der Altstadt heute an manchen Orten recht breit sind.
Die imposante Schlossanlage, Wahrzeichen von Burgdorf, konnte leider nicht besichtigt werden, da Sanierungsarbeiten im Gange sind.  Das Schloss wird nächsten Frühling wiedereröffnet. Um trotzdem einen schönen Überblick von Burgdorf und der näheren Umgebung zu bekommen, durfte die Reisegruppe den Ausblick von einer privaten Dachterrasse geniessen.  Der anschliessende Spaziergang führte am Museum Franz Gertsch vorbei durch die Strassen der Unterstadt und durch verborgene Gassen hinauf in die obere Altstadt, wo ein Kaffeehalt im „Bürzi Casino“ (Café Widmer) eingelegt wurde.  In den nostalgischen Räumlichkeiten erläuterte uns der Inhaber Jürg Rentsch in groben Zügen die Geschichte dieses Kleinods, schwarzweiss Fotografien untermalten seinen  Bericht.
Die Führung durch das Museum Franz Gertsch, Höhepunkt der Reise, musste kurzfristig auf den Nachmittag verschoben werden, die Anmeldung ging bei der Museumsverwaltung wohl irgendwie verloren… So genossen die bereits hungrigen Frauen das feine Mittagessen im Museums-Restaurant eben etwas früher als geplant.
Die grossartigen Bilder von Franz Gertsch beeindruckten alle, die kompetente Führung durch die Kuratorin Anna Wesle gab Einblick in das Leben und Schaffen des aussergewöhnlichen, 89-jährigen und immer noch aktiven Künstlers. Dass es dieses Museum gibt, ist dem Burgdorfer Industriellen Willy Michel zu verdanken, einem der Gründerbrüder der Disetronic AG und Besitzer der Ypsomed AG. Er liess den auf die grossformatigen Bilder abgestimmten, modernen Bau 2002 errichten. Der Erweiterungsbau für die „Vier Jahreszeiten“-Gemälde wurde im März 2019 eröffnet.
Nun blieb noch etwas Zeit, um auf eigene Faust durch die Gassen zu schlendern, in hübschen Geschäften zu stöbern und die „Ambiance“ zu geniessen.
Burgdorf entdecken, so fanden die Frauen beim abschliessenden Desserttreff, war eine weitere, sehr gelungene Vereinsreise, welche durchaus den Gluscht weckte, wieder einmal hierher zu kommen.

Erika Trösch, 28. August 2019



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